24 Stunden in Berlin

Seit der Wiedervereinigung im Jahr 1990 befindet sich die 3,5-Millionen-Stadt Berlin in ständiger Bewegung. Stellte im geteilten Berlin der Kurfürstendamm mit seinen Seitenstraßen und seinem beliebten Komödientheater das Herz der Stadt dar, so verschob sich das pulsierende Leben nach der Grenzöffnung in Richtung Mitte.

Nun feiert das Viertel um die Gedächtniskirche eine Renaissance. Viele Straßencafés laden mittlerweile wieder zum Verweilen und natürlich zu einem zünftigen Frühstück ein. Im letzten Jahr hat hier die hippe und preiswerte japanische Bekleidungskette "Uniqlo" ihren ersten deutschen Store eröffnet – schräg gegenüber vom legendären "KaDeWe". 
Wer den Tag mit Shoppen beginnen möchte, findet die meisten Flagstores – wie jene von Fred Perry, Crumpler oder Adidas – immer noch in Berlin Mitte zwischen Torstraße und Alexanderplatz.

Verschnaufen kannst Du anschließend beim sogenannten "Mädchenitaliener" in der Alten Schönhauser Straße. Da das Restaurant sehr beliebt ist, empfiehlt sich dort eine Reservierung. Aber auch die asiatischen Lokale rund um den Hackeschen Markt, bieten eine hervorragende Küche. Wenn man schon einmal in der deutschen Hauptstadt weilt, sollte man aber auch vielleicht ein typisches Berliner Gericht in einem altdeutschen Restaurant genießen – wie Berliner Leber mit Kartoffelpüree und Röstzwiebeln. Oder natürlich eine Currywurst! Die beste der Stadt findet man bei "Curry 36" am Mehringdamm. Am Bahnhof Zoo steht inzwischen die erste von insgesamt fünf geplanten Filialen. Für das Abendessen gilt das griechische Restaurant "Z" in Kreuzberg als absoluter Geheimtipp. Hier wird die Griechen-Krise weggelächelt – und sowohl ein "Varoufakis"- wie auch ein "Schäublexit"-Teller serviert. Der Hammer unter den Nachtischen: Die "Süße Angie"! Aber auch auf Fish & Chips muss man in Berlin nicht verzichten: Das "East London" am Mehringdamm bietet neben der britischen Spezialität auch ein typisches "Full Monty English Breakfast". 
Beim Begriff "Berliner Bier" rümpfte man früher stets die Nase. Inzwischen hat der Craft-Beer-Boom die Metropole erreicht. Viele kleine Brauereien schießen aus dem Boden und bieten hervorragendes Hopfenmüsli. Genieße neben vielen internationalen Gerstensaft-Spezialitäten ein BRLO Pale Ale im "Kaschk" in der Linienstraße! BRLO? Der altslawische Name für Berlin.

Die Stadt, in der alte Traditionen auf die Moderne treffen, bietet natürlich Sehenswürdigkeiten ohne Ende. Ein Besuch des Brandenburger Tors am Berliner Platz, des Regierungsviertels um das Reichstagsgebäude oder der Museumsinsel lohnt sich immer. Anschließend kann man im Tierpark oder im Grunewald entspannen, einen der beiden Zoos besuchen oder eine Boots-Rundfahrt auf der Spree unternehmen. Die Historie der lange geteilten Metropole, ist am Checkpoint Charlie immer noch lebendig. Ob die Mauersteinchen, die in den vielen Souvenirläden ringsherum angeboten werden, echten Ursprungs sind, sei einmal dahingestellt! 

Die Neue Nationalgalerie ist zurzeit leider geschlossen – aber auch von außen bekommt man eine Ahnung von diesem architektonischen Wunderwerk, das von Ludwig Mies van der Rohe entworfen wurde – einem der bedeutendsten Architekten der Moderne. Die wichtigsten Ausstellungen finden im Martin-Gropius-Bau in der Niederkirchnerstraße beim Potsdamer Platz statt. Anhänger ganz abwegiger Kunst werden sicher in einer der kleinen Galerien in der Torstraße fündig. 

Wer nicht die Nacht im Club "Berghain" oder bei der "Russendisko" im "Kaffee Burger" durchtanzen möchte, kann abschließend in einer der vielen kleinen Kneipen bei einem guten Gespräch mit Berlinern relaxen. Neben Kreuzberg ist gerade das Viertel Neukölln angesagt – mit Läden wie dem "Bürkner-Eck" oder "Das Gift", dem Lokal des schottischen Gitarristen Barry Burns der Band Mogwai. In unmittelbarer Nähe des Alexanderplatzes, eigentlich in einer Touristengegend, liegt die "Schnelle Quelle", die mit dem Schild "Täglich Neueröffnung!" im Fenster lockt. Hier bleibt niemand ohne Gesprächspartner – der Buchladenbesitzer sitzt hier neben der herben Schönheit aus Marzahn, der Schriftführerin der SPD Berlin Mitte oder einem berühmten Musiker. Und hinter dem Tresen steht noch ein echtes Original – ein Wirt mit "Berliner Schnauze". Hier gilt: "Jeht nich jibs nich!"